Lysistrata

Komödie von Aristophanes nach der Übersetzung von Ludwig Seeger

 

das Stück

 

»Nie soll ein Liebster, noch ein Ehemann...
Mir nahn mit steifer Rute – sprich doch nach!«

(aus dem Humpenschwur der Lysistrata, Vers 211)

 

Lysistrata, die „Heeresauflöserin“, so die Übersetzung des Namens, hat eine politische Vision: Geboren aus tiefstem seelischen Elend und Verzweiflung, entwickelt sie eine Gegentaktik zum ständigen „Kriegsgespiele“ der Männerwelt. Sie startet einen letzten Versuch, die Welt (ihre und die der Männer) zu retten und bläst keineswegs zimperlich zum Gegenangriff. Sie erzwingt den Frieden durch ihren eigenen Krieg, einen Bettkrieg.
Mitten im Peloponnesischen Krieg schreibt ein Dichter eine Antikriegskomödie, deren positive Heldin, eine Frau – in keiner Weise karikiert – es tatsächlich mit Staatsmännern aufnehmen kann und erhält auch noch einen Lorbeer dafür.
Dass wir uns so königlich amüsieren mit diesem Stück, sowohl der Betrachter als auch der Ausführende, verdanken wir nicht zuletzt der (für puritanische nördliche Ohren) bis zur obszönen Deftigkeit gehenden Sprache, die gleichgewichtig mit tiefster philosophischer Gedankenschönheit kontrastiert.
In einer gesellschaftlichen Situation, die Frauen in die Defensive zwingt, lässt Aristophanes eine Lysistrata handeln: selbstbewusst, taktisch klug, menschlich, zielsicher, diszipliniert. Das muss einer Revolution gleichgekommen sein auf der Bühne! Denn sie erreicht auch noch ihr Ziel! Sie erpresst mit wirksamen Mitteln den Frieden!
Der Sieg ist kein endgültiger – das hat auch Aristophanes gewusst, denn er war zu realistisch, um diesen schönen pazifistischen Urtraum zu träumen. Er setzt auch keine Religion oder Überzeugung gegen den Krieg, sondern er erkauft ihn nach Marktgesetzen. Ware gegen Preis! Liebe gegen Kriegsverzicht!
Und so weiß auch Lysistrata, dass mit ihrer Aktion das Problem nicht aus der Welt geschafft ist und dass man sich allenfalls einen Aufschub bis zur nächsten nötigen Attacke erwirtschaftet hat.

 

die beSetzung

 

Heidrun von Strauch: Dramaturgie, Regie und Kostüme
Dr. Mahmoud Ezzeldin: Ton, Licht, Assistenz

 

Lysistrata Heidrun von Strauch
Kalonike, Bürgerfrau aus Athen
und Umgebung
Julia Kaiser
Myrrhine, Bürgerfrau aus Athen
und Umgebung
Elizabeth Hack
Lampito, aus Sparta Elke Ezzeldin
Junges Mädchen aus Theben /
1. Frauenhalbchor
Sophie Philipp
Junges Mädchen aus Korinth /
2. Frauenhalbchor
Carolin Zuber
Chorführerin des Chores der
alten Frauen
Eva Stephan †
Chorführer des Chores der
alten Männer
Eberhard Schulz
ein Ratsherr Dr. Jürgen Schumann
Kinesias, Gatte der Myrrhine Andreas Steiner
1. Männerhalbchor / 1. Scherge /
Spartanischer Gesandter
Jan Ermentraut
2. Männerhalbchor / 2. Scherge /
Athenischer Gesandter
Andreas Steiner
Göttin der Versöhnung Julia Kaiser

 


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