Penthesilea

Trauerspiel von Heinrich von Kleist

 

das Stück

 

Auf dem Schlachtfeld bekämpfen sich die Griechen und Trojaner, als sich unerwartet reitende, Bogen schießende Frauen in das Gefecht einmischen – das Volk der Amazonen. Sie kämpfen nur, um männliche Gefangene zu machen, die ihnen bei der Fortpflanzung helfen sollen. Amazonen-Königin Penthesilea hat es besonders auf den stattlichen Helden Achilles abgesehen. Sie lieben sich und können doch nicht zueinanderkommen. Denn das Gesetz der Amazonen schreibt der stolzen Penthesilea vor, dass sie den Angebeteten erst im Kampf bezwingen muss, bevor sie ihm ihre zärtliche Seite offenbaren darf. Doch es kommt anders und so nimmt das Unglück seinen Lauf...
„Penthesilea“ ist nach „Salome“ und „Carmen“ die dritte berühmt-berüchtigte Frauenfigur in schillerBühnes Trilogie „Femme fatale“.

Veranstaltungsort:
schillerBühne halle • im Club 188 (ehemaliges Kino 188)
Böllberger Weg 188 • 06110 Halle (Saale)

Kartenverkauf:
• www.schillerbuehne-halle.de
• Telefon: 0345 21388434
• E-Mail: kartenreservierung@schillerbuehne-halle.de
• Online: www.t1p.de/schillerbuehne
• sowie an der Abendkasse

 

die beSetzung

 

In den Rollen (alphabetisch):
Daniel Baldig (Achilles)
Annett Boose (Penthesilea, Königin der Amazonen)
Heinz Ebersbach (Antilochus)
Suchra Gummelt (Asteria, Amazonenfürstin)
Yvonne Hellwig-Laich (Prothoe, Penthesileas Freundin/Vertraute)
Markus Laich (Diomedes)
Uwe Steinbrecher (Odysseus)
Irina Vernikovskaja (Meroe, Amazonenfürstin)
Alwina Weihert (Oberpriesterin der Diana)

Buch | Regie | Licht & Ton: Heidrun von Strauch
Kostüme: Angelika Claus
Kasse | Souffleuse: Birgit Lantzsch
Plakatgestaltung | Öffentlichkeitsarbeit: Jana Krupik-Anacker


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Wir danken dem namhaften Germanisten und Kleist-Forscher Dr. phil. habil. Hans-Jochen Marquardt für diese Rezension:

»Ich sage vom Gesetz der Fraun mich los…» Halles „schillerBühne“ zeigt Kleists „Penthesilea“
»›Laß kurz das Ungeheuerste dir melden!‹ – die „schillerBühne halle“ zeigt Heinrich von Kleists „Penthesilea“! Es ist ein großes Wagnis, sich als Laientheater der brachialen Wucht dieses kompromisslosen Trauerspiels (Erstdruck 1808, Uraufführung 1876) zu stellen. Seltener als andere Dramen Kleists wird es von professionellen Ensembles aufgeführt, denn es gehört zum Schwierigsten, das in deutscher Sprache auf die Bühne gebracht werden kann.
Die Heere der Griechen und der Amazonen stehen einander spiegelbildlich und unversöhnlich gegenüber als Welt der Männer und als Welt der Amazonen. Das Gesetz der Frauen besagt, dass sie ihren Partner zur Kindeszeugung nicht frei wählen dürfen, sondern denjenigen zu akzeptieren haben, den sie im Kampf bezwingen. Ausgerechnet die Königin, Penthesilea (Annett Bose), ist es, die gegen dieses Gesetz verstößt, indem sie sich – entgegen den Mahnungen der Oberpriesterin (Alwina Weihert) – in Achilles (Daniel Baldig), den Helden von Troja, verliebt. Sie wähnt, ihn besiegt zu haben, doch es verhält sich umgekehrt. Auf Bitten ihrer treuen Freundin Prothoe (Yvonne Hellwig-Laich) lässt Achilles Penthesilea, deren Liebe er erwidert, in diesem Glauben, bis es unvermeidlich ist, dass sie die Wahrheit erfährt. Sie hat ihm die Geschichte und die Gesetze des Amazonenstaats geschildert, und so lässt er sich auf ihre „Grille“ ein und stellt sich ihr zum Kampf. Penthesilea, hin- und hergerissen zwischen ihrer Pflicht als exponierte Staatsbürgerin und ihrer rein menschlichen Neigung als liebende Frau, ist im Wortsinn ganz außer sich und tötet den Geliebten. In der Konsequenz entsagt sie dem „Gesetz der Fraun“ und richtet den Dolch des Schmerzes gegen sich selbst.
Jede einzelne Aufführung der „Penthesilea“ fordert von den Akteuren sowohl hinter als auch vor dem Vorhang anhaltend Konzentration. Das Ensemble verdient höchste Anerkennung nicht nur dafür, dass es den immensen Textumfang sicher bewältigt, obwohl coronabedingt nur wenige Wochen für Proben zur Verfügung standen, sondern auch dafür, dass Text und Spiel stets im Einklang miteinander sind. Nicht nur als Darsteller-/in, auch als Zuschauer-/in muss man bereit sein, sich auf die höchst artifiziellen Blankverse des Dichters einzulassen. Geschleifter Alltagssprache der Gegenwart steht die geschliffene Sprache Kleists gegenüber. Groß ist die Gefahr, dass sie – in dem Bemühen, ihr gerecht zu werden – von den Agierenden lediglich aufgesagt wird, statt sie als tragendes Element des Schauspiels einzusetzen. Groß auch ist die Gefahr, dass die konfliktreiche, vielschichtige Handlung für das Publikum nicht hinreichend nachvollziehbar ist, wenn Bühnenbild und Requisiten zu sehr ablenken vom gesprochenen Wort. Das ist hier aber nicht der Fall: Vor schwarzem Vorhang verschafft sich das gesprochene Wort Geltung, zumal auch sonst auf Opulenz verzichtet wird. Solche Klippen hat die „schillerBühne“ erfolgreich umschifft, so dass auch Zuschauer-/innen, die das Stück nicht kennen, es tatsächlich kennenlernen können: Der Hauptkonflikt wird klar herausgearbeitet, und die Handlung steht stets im Vordergrund. Man darf von einer Theateraufführung erwarten, dass sie genau das leistet. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Umso wohltuender ist es, dass die Inszenierung (Heidrun von Strauch) geeignet ist, gerade auch jungen Menschen den Zugang zu Heinrich von Kleist und zu seinem erschütternden Drama durch eine Sprech- und Spielweise zu ermöglichen, welche das Publikum fordert, ohne es zu verstören, und es im Innersten berührt, ohne es zu überwältigen.
Heidrun von Strauch, die verdienstvolle Prinzipalin des „Wandertheaters“, hat bereits im Jahr 2004 mit einer gelungenen Dramatisierung von Kleists novellistischer Erzählung „Die Marquise von O....“ für Furore gesorgt. Nach eigenem Bekunden hat sie sich mit ihrer Inszenierung, die am vergangenen Freitag im Club 188 Premiere hatte, einen Lebenstraum erfüllt. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie ihn in einer Weise Wirklichkeit werden lassen, die auch einem professionellen Theater zur Ehre gereicht hätte. Chapeau!«

Hans-Jochen Marquardt

 

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